Anlässlich des am 3. Mai vom Senat der Universität verabschiedeten Moratoriums für die Besetzung unbefristeter Stellen möchten wir als Juso-Hochschulgruppe der Universität gegenüber der augenscheinlichen Unterfinanzierung der Universitäten in Rheinland-Pfalz Stellung beziehen.
Wir als jungsozialistische Hochschulgruppe sind erschrocken über die derzeitige Situation an unserer Universität. Eine kritische Haltung gegenüber der Universität ihrer gesamten Haushaltsplanung muss auch einhergehen mit der Verantwortung der politischen Entscheidungsebenen.
Die Einsparungsmaßnahmen, zu der die Universität durch die Haushaltsplanung der Landesregierung gezwungen wird, haben fundamentale Auswirkungen auf die Universität und die an ihr arbeitenden und studierenden Personen:
1) Die Streichung von Finanzmitteln macht sich dahingehend bemerkbar, dass gerade die vielen unbefristeten Stellen im akademischen Mittelbau wegfallen (müssen). Dies führt dazu, dass die Fächer kein adäquates Lehrangebot in angemessener Qualität und Quantität anbieten können. Gerade in Zeiten, wo es auch politischer Wille ist, möglichst vielen Menschen ein Hochschulstudium zu ermöglichen, geht die derzeitige Haushaltspolitik vollkommen in die falsche Richtung.
2) Das zunehmende Ausbleiben von unbefristeten Anstellungen bedeutet für viele – besonders junge – Akademikerinnen und Akademiker eine ungewisse Zukunftsplanung. Der – wiederum politische – Wunsch nach mehr Kindern in Akademikerfamilien kann somit nicht erreicht werden. Viele gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden so alleine gelassen.
3) Die Studierenden geben sich nicht damit zufrieden, dass aufgrund der erzwungenen Sparmaßnahmen das Studienangebot schrumpft und verkleinert werden muss. Wir wollen keine Konzentration auf nur wenige (vielleicht wirtschaftlich ertragreiche) Studiengänge. Dies bedroht zum einen die Vielfalt der Wissenschaft, zum anderen die gesellschaftliche Diversität und den Austausch zwischen gesellschaftlichen und kulturellen Prozessen und wissenschaftlicher Forschung.

Wir sehen die Sicherung des Finanzbedarfs unserer Universität als Notwenigkeit, qualitativ hochwertige Forschung und Lehre zu sichern und dem Auftrag der universitären Ausbildung nachzukommen. Es ist der Wunsch der SPD gewesen, Universitäten zu öffnen und für breite Bevölkerungsschichten attraktiv zu machen. Bildung wurde als Grundrecht angesehen und als Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs und der Partizipation begriffen. Wir als studentische Organisation eben dieser Partei sehen uns nun in der Pflicht, daran zu erinnern. Schließlich kann gute Bildung nicht darin bestehen, in überfüllten Seminaren oder Vorlesungen zu sitzen oder zusammengestampfte Studiengänge zu studieren.

Der AStA der Universität Trier wird gemeinsam mit der GEW am Mittwoch den 13. Juni eine Kundgebung auf dem Mensavorplatz veranstalten. Die Hochschulgruppe unterstützt diese Kundgebung. Es soll den Druck auf die Senatssitzung am 14. Juni und auf die verantwortli- chen Landesbehörden erhöhen.

Mit diesem Schreiben möchten wir Euch alle über diese Kundgebung in Kenntnis setzen und dazu unseren Beitrag für eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den Parteigremien, der Fraktion und der Landesregierung leisten.