Bildungs-/HoPo

Bildungspolitik

Die Juso-Hochschulgruppen will sich nicht auf den Bereich der Hochschulpolitik beschränken. Weder sind wir ein reiner Lobbyverband für Studierende, noch halten wir eine solche Einschränkung inhaltlich für sinnvoll. Vielmehr ist es bei einem Bildungssystem wichtig, von der frühkindlichen Bildung über den Schulbereich, von der beruflichen Bildung bis zur Weiterbildung immer das Ganze im Blick zu haben. Wir treten ein für ein Bildungssystem, das sich am Grundsatz der Durchlässigkeit orientiert.
Wir wollen eine staatliche Kinderbetreuung, die allen kostenlos zur Verfügung steht und mit einem ernst gemeinten Bildungsauftrag ausgestattet wird. Wir wollen eine gemeinsame Schule für alle, in der wirklich integrativ gelehrt und gelernt wird. Wir wollen eine hochwertige Berufsausbildung für alle Bewerberinnen und Bewerber. Wir wollen demokratische Hochschulen, die als Lebensraum für alle Beteiligten individuelle Lernprozesse ohne starre Vorgaben ermöglichen. Und wir wollen qualitativ hochwertige Weiterbildung für alle, die verbunden sein muss mit einem gerechten System staatlicher Förderung.

 

Hochschulreform

Die Juso-Hochschulgruppe setzt sich für ein demokratisches Bildungssystem ein, das Chancengleichheit für alle Menschen gewährleistet. In den vergangenen Jahren wurde eine Hochschulreform angestoßen, die unter dem Leitbildung „Hochschule im Wettbewerb“ in nahezu alle Bereiche der Hochschulpolitik einwirkt und Hochschulen in einen Wettbewerb untereinander forcieren will. Die Entdemokratisierung der akademischen Gremien, die Umstellung in der Hochschul-finanzierung oder die Föderalismusreform stehen beispielsweise für diesen Prozess.
Die Einführung rein marktwirtschaftlicher Kriterien in der Hochschulpolitik führt zu einer radikalen Ökonomisierung, bei der Effizienzziele, nicht aber Studierende oder wissenschaftliche Reflektion und Kritik im Vordergrund stehen. Hochschulen drohen damit, ihre gesellschaftliche Verankerung zu verlieren. Deshalb stehen wir für eine gleichberechtigte, demokratische Teilhabe an allen Entscheidungen der Hochschule. Wir setzen uns auch nach der Föderalismusreform für einheitliche Grundbedingungen im Hochschulbereich ein, um studentische Mobilität und eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu gewährleisten.

Elite-Hochschulen

Seit der Begriff „Elite-Hochschulen“ in der öffentlichen Debatte herumgeistert, ist ein radikales Umdenken in der deutschen Hochschulpolitik zu beobachten. Das Ziel ist nicht mehr eine Breitenförderung aller Hochschulen, sondern einige wenige durch eine gezielte Forschungsförderung zu „Leuchttürmen“ der internationalen Wissenschaft auszubauen, die mit ihrer kleinen Zahl an Studierenden den Nachwuchs an ForscherInnen sicherstellen. Die große Masse sinkt nach diesen Plänen zu reinen Ausbildungsuniversitäten ab, die möglichst viele Studierende möglichst schnell zu einem Abschluss bringen. Dies ist eine Entwicklung, die wir auf das schärfste verurteilen! Investitionen dürfen nicht nur punktuell erfolgen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der unzureichenden sowohl technischen als auch personellen Ausstattung der Hochschulen sowie den zu erwartenden steigenden Studierendenzahlen unverantwortlich.
Auch ist der diesem Umbau zugrunde liegende Wettbewerbsgedanke abzulehnen. Die Förderung nur einiger weniger Hochschulen würde die ohnehin schon bestehenden Unterschiede nur noch unnötig verschärfen. Handlungsbedarf besteht aber genau in die andere Richtung: Allen Hochschulen muss die Optimierung ihrer Lehre ermöglicht werden, um die bereits bestehende Schieflage auszugleichen und alle Studierenden an den verbesserten Bedingungen teilhaben zu lassen.