Einen sozialeren und gerechteren Campus zu schaffen ist seit Jahren eines unserer Hauptziele. Auch dieses Jahr haben wir wieder ein paar Punkte, an denen wir arbeiten wollen, um diesem Ziel näher zu kommen.

Soziale und kinderfreundliche Universität

Die Universität Trier soll eine soziale, barrierefreie und kinderfreundliche Universität sein. Eine Universität als Ort des gemeinsamen Lernens und Lebens muss auch ein Ort sein, an dem jede*r uneingeschränkt teilhaben kann. Dafür müssen genügend Betreuungsplätze für die Kinder von Studierenden geschaffen, alle Gebäude jederzeit barrierefrei zugänglich und die WC-Anlagen an die Bedürfnisse von eingeschränkten Studis und Studis mit Kind angepasst werden. Dafür wäre es sinnvoll die Hürden für einen Antrag auf Nachteilsausgleich zu senken. Für vollständige Barrierefreiheit wäre auch die Möglichkeit der Aufzeichnung von Veranstaltungen notwendig. Letztlich ist hier überall der Senat der Universität in die Pflicht zu nehmen entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. (Siehe Digitalisierung)

Regelstudienzeit, Anerkennung Ehrenamt und Bafög

Wir fordern eine Rückbesinnung auf den Ursprungsgedanken des BAföG. Eigentlich sollte das BAföG junge Menschen fördern und ihnen dazu verhelfen einen unabhängigen Platz in der Gesellschaft zu finden, nicht sie unter Druck zu setzen. Um das bei dem bestehenden System zu gewährleisten, müsste mehr Menschen der Zugang gewährt, die Bezugsdauer verlängert, der Anspruch vom Einkommen der Eltern entkoppelt, sowie ehrenamtliche Tätigkeiten während des Studiums stärker berücksichtigt werden. Dafür möchten wir uns von Seiten der Uni, als auch über unsere Parteiconnections stark machen.

Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt

Wir als Jusos begreifen uns als feministische Hochschulgruppe und setzen uns daher für die Gleichstellung aller Geschlechter an der Universität und darüber hinaus ein. Diskriminierung auf Grund von geschlechtlicher oder sexueller Identität ist immer noch ein Problem an unserer Uni und noch immer tief in manchen Köpfen verankert. Dagegen kämpfen wir!

In den letzten Jahren kam es vermehrt zu sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt an der Uni und im Studihaus. Beispiele hierfür waren Verabreichung von K.O.-Tropfen auf Partys, alltägliche Belästigung von Frauen* und körperliche Angriffe gegenüber Frauen* auf dem Campus. Der Bericht der

Senatsbeauftragten für den Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeits- und Studienplatz zeigt alarmierende Ergebnisse. Daher ist es dringend notwendig die Struktur der Senatsbeauftragten personell und finanziell zu stärken. Dazu gehört auch, dass alle Mitglieder der Hochschule sensibilisiert werden und Awareness für die Problematik auf dem Campus geschaffen wird.

Wir fordern daher von einem emanzipatorischen AStA, dass dieser mit den Gefahren für Studierende verantwortungsvoll umgeht und mit geeigneten Maßnahmen für die Sicherheit bei Veranstaltungen Sorge trägt. Dazu gehören für uns beispielsweise die Anschaffung von K.O. Tropfen-Schnelltests und eine weitere Stärkung der Awareness-Struktur durch Ansprechpartner*innen auf Partys.

Gleichstellung

Frauen* sind in der Wissenschaft heute noch deutlich benachteiligt und weniger vertreten. Während die Anzahl der Studienanfänger*innen ausgeglichen ist, spiegelt sich das in keiner Weise im Wissenschaftsbetrieb wider. Sukzessive nimmt der Anteil von Frauen* auf der akademischen Karriereleiter ab. Wir fordern, dass Frauen* über das Kaskadenmodell in der Wissenschaft gestärkt werden. Das bedeutet, dass in allen wissenschaftlichen Bereichen der Anteil von Frauen* verbindlich gesteigert werden muss, damit schlussendlich eine Parität bei der Besetzung von Professuren erreicht wird. Ebenso muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowohl bei Studierenden als auch bei wissenschaftlichem Personal gefördert werden.

Auch müssen wir uns kritisch selbst reflektieren. In der Hochschulpolitik, sei es im Studierendenparlament oder AStA, ist der Anteil von Frauen* in Ämtern sowie in der Debattenkultur gering. Zehn von zwölf Hauptreferent*innen im AStA sind derzeit Männer und bei Debatten im Studierendenparlament ist regelmäßig zu beobachten, dass Redelisten von Männern geflutet werden und Frauen* nicht ausreichend repräsentiert sind. Das hat viele Gründe, ist vor allem aber struktureller Natur. Wir wollen das ändern! Daher fordern wir eine Struktur zur stärkeren Vernetzung von Frauen* in der Hochschulpolitik durch regelmäßige Treffen, die zum gegenseitigen Empowerment beitragen sollen. Ebenso soll verstärkt auf die paritätische Besetzung der Hauptreferent*innen geachtet werden.